Pfarre St. Stephan

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Kirchenchor St. Stephan

Prof. Mag. Gerd Fussi gestorben


Prof. Gerd Fussi Am 4. Februar 2014 ist unser langjähriger Bass-Solist Prof. Mag. Gerd Fussi im Alter von 70 Jahren gestorben.

Gerd Fussi wurde in Wien geboren und studierte nach der Matura an der Wiener Musikhochschule Operndramatik, Lied und Oratorium sowie Gesangspädagogik. Als Solist bei Konzerten und Opernaufführungen trat er u.a. auf mit dem Conzertgebouw Orchester Amsterdam, der Moskauer Philharmonie, dem Tonkünstler Kammerorchester, der Martinu Philharmonie, dem Nordelijk Filharmonisch Orkest, dem Mozarteum Orchester Salzburg und in der Wiener Kammeroper. Als Lied- und Oratoriensänger wurde er jahrelang vor allem im niederländisch-belgischen Raum engagiert. Als Gesangspädagoge war er viele Jahre Leiter der Gesangsabteilung und des Chores am J.M. Hauer-Konservatorium in Wiener Neustadt.

Seit 1970 war er Bass-Solist und Chormitglied beim Kirchenchor Baden St. Stephan. Besonders eng wurde seine Bindung an Baden und unseren Chor durch seine Hochzeit mit unserer Organistin Margit Fussi. So sang er über 35 Jahre lang bei den Hochämtern und Orchestermessen in Baden St. Stephan die Solis bei vielen bedeutenden Werken der Kirchenmusik.

1988 erhielt er den Förderungspreis des Landes Niederösterreich sowie 1990 den Förderungspreis und 1997 den Kulturpreis der Stadt Baden.

Im ORF-Radio "Ö1 bis zwei" am 6. Februar 2014 würdigte Renate Purtscher das Wirken von Gerd Fussi mit einem Ausschnitt aus der Bach-Kantate "Aus der Tiefe rufe ich, Herr zu dir" BWV 131:

Bach - So du willst, Herr (mp3, 6,9 MB)
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Ein Lied, dass Gerd Fussi als Solist besonders geschätzt hat ist "Die Uhr" von Carl Loewe (Text: Johann Gabriel Seidl):

Ich trage, wo ich gehe, stets eine Uhr bei mir;
Wieviel es geschlagen habe, genau seh ich an ihr.
Es ist ein großer Meister, der künstlich ihr Werk gefügt,
Wenngleich ihr Gang nicht immer dem törichten Wunsche genügt.

Ich wollte, sie wäre rascher gegangen an manchem Tag;
Ich wollte, sie hätte manchmal verzögert den raschen Schlag.
In meinen Leiden und Freuden, in Sturm und in der Ruh,
Was immer geschah im Leben, sie pochte den Takt dazu.

Sie schlug am Sarge des Vaters, sie schlug an des Freundes Bahr,
Sie schlug am Morgen der Liebe, sie schlug am Traualtar.
Sie schlug an der Wiege des Kindes, sie schlägt, will's Gott, noch oft,
Wenn bessere Tage kommen, wie meine Seele es hofft.

Und ward sie auch einmal träger, und drohte zu stocken ihr Lauf,
So zog der Meister immer großmütig sie wieder auf.
Doch stände sie einmal stille, dann wär's um sie geschehn,
Kein andrer, als der sie fügte, bringt die Zerstörte zum Gehn.

Dann müßt ich zum Meister wandern, der wohnt am Ende wohl weit,
Wohl draußen, jenseits der Erde, wohl dort in der Ewigkeit!
Dann gäb ich sie ihm zurücke mit dankbar kindlichem Flehn:
Sieh, Herr, ich hab nichts verdorben, sie blieb von selber stehn.


Loewe - Die Uhr (Klavier: Margit Fussi) (mp3, 6 MB)
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Lieber Gerd,
herzlichen Dank für alles,
was Du dem Kirchenchor
und dem Kirchenmusikverein
gegeben hast.